Besucherzahl

Binder

binder

Geboren am 29.7.1931 in Brunn am Gebirge. Besuchte die Wiener Schwerhörigenschule bis 1946, ein Jahr länger, da ihm durch die Bombardements der Alliierten und die Wirren bei Kriegsende 1945 ein ganzes Schuljahr verloren ging.

Erlernte den Beruf eines Feintäschners und übte diesen Beruf in Wien bis zur Pensionierung aus.

Im VOX – Schutzverband der Schwerhörigen war er im Vorstand und bei der Zusammenarbeit mit der damaligen Volkshochschule für Hörbehinderte bei den wöchentlich zweimal stattgefundenen Vorträgen für technische Belange bei Ton- und Bildübertragungen als konzessionierter Filmvorführer ehrenamtlich tätig.
Zuletzt war er Geschäftsführer des VOX.

Da ihm seine Bemühungen um Jugendliche und deshalb die versuchte Zusammenarbeit mit dem ÖGLB unter Präsident Tapler von den durchwegs älteren Vorstandsmitgliedern hintertrieben wurden, verließ er 1978 nach fast 20jähriger Tätigkeit den VOX. Einige Monate darauf zog auch die Volkshochschule beim VOX, wegen ständiger Differenzen dort aus und machte sich selbständig. In diesen Jahren lernte Binder den Mitarbeiter des WGSC 1901, Karl Boskovitz kennen. Boskovitz erkannte, dass Hr. Binder aufgrund seiner langen Tätigkeit als Betriebsratsobmann einer großen Lederwarenfabrik und Vorstandstätigkeiten bei VOX und VHS über einen großen Erfahrungsschatz verfügte. Boskovitz bemühte sich sehr lange darum, Binder für die Mitarbeit im WGSC zu gewinnen. Erst nachdem Binder mit dem Ausbau seines in Eigenregie erstellten Einfamilienhauses für seine große Familie fertig war, begann er mit der regelmäßigen Mitarbeit im WGSC.
In dieser Zeit begann dann der große Aufschwung des WGSC mit der Zunahme der Anzahl seiner Sektionen und drastische Verbesserung seiner Finanzlage.

In den 90er-jahren wurde der WGSC immer wieder in Streitigkeiten mit der Hausverwaltung und Hausbesitzung unter Prof. Dimmel verwickelt. Beide versuchten wiederholt, den WGSC aus dem Heim in der Waldgasse zugunsten lukrativerer Mieter zu drängen. Ungeachtet dessen, dass bei der Eröffnung dieses Hauses durch Bundespräsident Kirchschläger, er dieses Haus ausdrücklich für Gehörlose bestimmte.

Es folgte ein Schiedsgerichtsverfahren wegen überhöhter Stromrechnungen, die dem WGSC angelastet werden sollten.Danach kam es noch zu drei Kündigungsprozessen, die Binder aber alle zum Teil zusammen mit einem Rechtsanwalt zu Gunsten des WGSC durchkämpfen konnte. Daher ist der WGSC heute noch in der Waldgasse sesshaft.

Behördenwege wurden in großer Zahl gemacht (z.B. für Bewilligungen für Haussammlungen in Wien, Nö. u. Bgld. und anderes). Als Fachdelegierter der Gehörlosen nahm er jahrelang an den Vorstandssitzungen des Wiener Behinderten Sportverbandes teil und vertrat dort unsere Interessen. Mit der Hausverwaltung gab es immer wieder Streitigkeiten zum Beispiel wegen von Fremden im Hause verursachten Schäden, usw.. Der von den Behörden nach einem Fehler eines früheren Obmanns vorgeschriebene Notausgang konnte erst nach einem über vier Jahre dauernden Kampf um Bewilligung durch die Hausbesitzung installiert werden.

Der WGSC dankte ihm diese Bemühungen, abgesehen vom ständigen Schriftverkehr, durch Verleihung der Ehrenmitgliedschaft und anderer Ehrungen, Der Höhepunkt dieser Ehrungen war die Verleihung
des Verdienstzeichens der Stadt Wien durch Frau Stadtrat Laska im Jänner 1998.

Dieses Ehrenzeichen nahm Binder erst nach wiederholter Aufforderung und auf Drängen des WGSC – Vorstandes an. Dieser Ehrung wohnte in Anerkennung des Wirkens von Binder auch der Präsident des Wiener Behinderten Sportverbandes (WGSV) und Landtagsabgeordneter Franz Karl bei.

Im Jahre 1998 begannen die umfangreichen Vorbereitungen für das 100 Jahre Jubiläum des WGSC1901.
Der größte Teil dieser Arbeiten (Lokalsuche, Auftritt der Theatergruppe, Cocktailparty im Rathaus und vieles anderes) wurde bis Herbst 2000 von Boskovitz und Binder nach Erledigung vieler persönlicher Vorsprachen vollbracht.

Anfang November 2000 wurde über Wunsch des Präsidenten des ÖGSV,
Karl Boskovitz seines Amtes als Geschäftsführer des WGSC 1901 enthoben.

Binder, der genau über die unschönen Hintergründe dieser Handlung wusste, wollte daraufhin kein Wendehals sein, stellte aus Protest seine Tätigkeiten ein und verließ unter Rückgabe der Büroschlüssel die Räumlichkeiten des WGSC für immer. Auch als Vorstandsmitglied des WBSV trat er sofort zurück. Dies wurde vorn WBSV in einem Schreiben sehr bedauert.

Nach Bemühungen von Hr. Boskovitz hilft Hr. Binder so wie bisher dem WGSC, jetzt der Sektion Kegeln bei Schriftverkehr und Anderem. Die Sektion Kegeln weiß die Mithilfe von Herrn Binder sehr zu schätzen, auch wenn er nie persönlich in die Kegelbahn kommt.
Die Dankbarkeit für das bisher von ihm Geleistete wird ihm immer sicher sein.

Karl Boskovitz, November 2002

Copy Protected by Tech Tips's CopyProtect Wordpress Blogs.